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Antriebslosigkeit: Was dem Körper fehlt, Ursachen und was wirklich hilft

Ärztin und Profi-Triathletin Dr. Els Visser darüber, warum die Motivation nachlässt und welche Grundlagen dich weitertragen, wenn sie es tut.

Verfasst von Gesundheitsexpertin Dr. Els Visser
13 MIN READ — ZULETZT AKTUALISIERT — 10/08/2026

Darum geht’s

  • 01.

    Was dem Körper bei Antriebslosigkeit fehlt

  • 02.

    Was ist die Ursache von Antriebslosigkeit?

  • 03.

    Warum bin ich so energielos und antriebslos?

  • 04.

    Was kann ich gegen Antriebslosigkeit tun?

  • 05.

    Ist Antriebslosigkeit ein Zeichen für Depression? Wann zum Arzt

  • 06.

    Was mir der Ausdauersport beigebracht hat

  • 07.

    Zum Schluss

  • 08.

    FAQ: Deine Fragen, beantwortet

Über Motivation wird gern geredet, als wäre sie eine feste Eigenschaft: Entweder man hat sie, oder eben nicht. In der Praxis ist sie fragiler und veränderbarer, als dieses Bild vermuten lässt, und Antriebslosigkeit ist meistens kein Charakterfehler, sondern ein Signal. Wir haben Dr. Els Visser gefragt, Ärztin und Profi-Triathletin, was sie darüber gelernt hat, an genau den Tagen konsequent zu bleiben, an denen der Antrieb schlicht fehlt.

Auf einen Blick

  • 01.

    Antriebslosigkeit ist meist ein Signal: Dem Körper fehlt etwas Konkretes, zum Beispiel Schlaf, Tageslicht, Bewegung oder Nährstoffe wie Eisen, B-Vitamine und Magnesium.

  • 02.

    Motivation ist keine feste Eigenschaft und keine reine Willenskraft. Sie steigt und fällt mit deinem Schlaf, deinem Stress, deiner Ernährung und deiner Stimmung.

  • 03.

    Das Handeln kommt in der Regel vor der Motivation, nicht danach. Ein kleiner erster Schritt lässt den nächsten leichter erscheinen.

  • 04.

    Beständigkeit entsteht aus Routinen, nicht aus Inspiration. Kleine, täglich wiederholte Gewohnheiten tragen dich durch die Tage, an denen der Antrieb verschwindet.

  • 05.

    Hält die Antriebslosigkeit länger als zwei Wochen an oder kommen gedrückte Stimmung und Interessenverlust dazu, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt. Dahinter kann eine Depression oder eine körperliche Ursache stecken.

Lerne unsere Expertin kennen

Dr. Els Visser

MD, PhD – Ärztin, Longevity-Spezialistin & Profi-Triathletin

Els ist promovierte Ärztin (MD, PhD) und Profi-Triathletin auf der Langdistanz, Europameisterin und niederländische Rekordhalterin. Ihre Arbeit dreht sich um Longevity – sie hilft Menschen, ihre Gesundheit, Leistung und Regeneration langfristig zu optimieren, und stützt sich dabei auf die vier zentralen Säulen Ernährung, Bewegung, Schlaf und Erholung sowie mentale Gesundheit. Als Überlebende eines folgenschweren Bootsunglücks im Jahr 2014 bringt sie eine zutiefst persönliche Perspektive auf Resilienz und Sinn in alles ein, was sie tut.

Was dem Körper bei Antriebslosigkeit fehlt

Wer antriebslos ist, dem fehlt meistens etwas Konkretes: genug Schlaf zu festen Zeiten, Tageslicht, Bewegung, Erholung und eine Ernährung, die den Energiestoffwechsel versorgt. Häufig steckt auch eine knappe Versorgung mit den Nährstoffen dahinter, die laut EU-Verordnung zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung beitragen: Eisen, Vitamin B12, Folat, Vitamin B6, Magnesium und Vitamin C.⊕ Welche dieser Grundlagen gerade fehlt, zeigt oft schon ein Blick auf die letzten zwei, drei Wochen.

  • Schlaf: nicht nur die Dauer, auch das Timing. Für die meisten Erwachsenen sind sieben bis neun Stunden die Basis,⊕ möglichst zu festen Zeiten.
  • Tageslicht: vor allem am Morgen. Licht ist der wichtigste Taktgeber der inneren Uhr und macht am Tag wacher.⊕
  • Bewegung: Ein zügiger Spaziergang am Tag zählt schon.
  • Erholung: Pausen am Tag, nicht nur der Schlaf in der Nacht.
  • Nährstoffe: Eisen, Vitamin B12, Folat, Vitamin B6, Magnesium und Vitamin C tragen zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Wie dein Energiestoffwechsel auf Mikronährstoffe angewiesen ist und welche Vitamine bei Müdigkeit eine Rolle spielen, haben wir separat erklärt.

Ob wirklich ein Mangel vorliegt, zeigt ein Blutbild in der ärztlichen Praxis. Die Reihenfolge der Liste ist Absicht: Bei Schlaf, Licht und Bewegung kannst du noch heute ansetzen, und dort tut sich meist am meisten.

Was ist die Ursache von Antriebslosigkeit?

Dass der Start schwerfällt, hat selten eine einzige Ursache. Meist ist es das Ergebnis mehrerer kleiner Faktoren, die sich über die Zeit aufbauen. Wenn mir jemand sagt, er fühle sich antriebslos, frage ich nicht sofort nach Produktivität oder Mindset. Ich beginne bei den Grundlagen.

Schlaf

Schlaf ist einer der stärksten Treiber der Motivation, und zu wenig davon ist eine der häufigsten Ursachen von Antriebslosigkeit. Schon eine einzige Nacht mit verkürztem Schlaf beeinträchtigt nachweislich die exekutiven Funktionen, also den Teil des Gehirns, der für Planung, Selbstkontrolle und Entscheidungen zuständig ist.⊕ Anders gesagt: Wenn du übermüdet bist, fallen gesunde Entscheidungen tatsächlich schwerer und kosten mehr Kraft als sonst. Als Athletin habe ich gelernt, dass Erholung nicht nach dem Training passiert, sondern Teil des Trainings ist. Schlaf war eines meiner wichtigsten Werkzeuge. Das gilt genauso außerhalb des Spitzensports: Ist dein Schlaf unregelmäßig, tust du dich am nächsten Tag eher schwer, in die Gänge zu kommen.

Stress

Kurze Stressphasen können Fokus und Leistung verbessern. Chronischer Stress bewirkt das Gegenteil und gehört zu den häufigsten Ursachen von Antriebslosigkeit. Wenn dein Gehirn ständig mit Arbeitsdruck, familiären Pflichten oder endlosen Entscheidungen beschäftigt ist, bleibt weniger Kapazität für alles andere, auch für gesunde Gewohnheiten. Viele beschreiben das als Motivationsmangel. In Wahrheit ist es oft mentale Überlastung.

Ernährung

Dein Gehirn macht nur etwa 2 Prozent deines Körpergewichts aus, verbraucht aber rund 20 Prozent deiner Ruheenergie.⊕ Es braucht eine konstante Zufuhr an Energie und Nährstoffen, um gut zu funktionieren. In meinen Jahren im Ausdauersport habe ich Athletinnen und Athleten gesehen, die sich in der Hoffnung auf bessere Leistung unbewusst unterversorgt haben. Das Ergebnis war das Gegenteil: Die Regeneration verlangsamte sich, die Stimmung sackte ab, und beständiges Training wurde viel schwerer. Dasselbe passiert außerhalb des Spitzensports. Volle Terminkalender, ausgelassene Mahlzeiten oder restriktive Diäten lassen Menschen auf Reserve laufen. Manchmal ist das, was sich wie Antriebslosigkeit anfühlt, schlicht ein Mangel an Energie, und wenn du dich ständig müde fühlst, lohnt sich hier ein genauer Blick.

Gedrückte Stimmung

Jeder kennt Phasen, in denen das Loslegen schwerer fällt. Krankheit, Enttäuschung, Trauer und langanhaltender Stress können den Antrieb vorübergehend dämpfen. Hält die Antriebslosigkeit jedoch über mehrere Wochen an oder geht sie mit anhaltend gedrückter Stimmung, Hoffnungslosigkeit oder dem Verlust an Interesse an Dingen einher, die dir früher Freude gemacht haben, ist es wichtig, professionelle Unterstützung zu suchen. Vorübergehende Tiefs sind normal. Halten diese Gefühle aber an, verdienen sie Aufmerksamkeit.

So verschieden diese Faktoren sind, sie beeinflussen alle dasselbe: die Fähigkeit deines Gehirns, ins Handeln zu kommen. Deshalb funktioniert es selten, sich einfach zu sagen, man müsse sich „mehr anstrengen“. Wenn du übermüdet, chronisch gestresst oder energielos bist, löst Willenskraft allein das Problem nicht. Der erste Schritt ist nicht, dich härter anzutreiben, sondern die Grundlagen zu stärken, die dein körperliches und mentales Wohlbefinden tragen.

Warum bin ich so energielos und antriebslos?

Man nimmt oft an, erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler seien jeden einzelnen Tag motiviert. Die Wahrheit ist: Sind sie nicht. In meinen Jahren als Profi-Triathletin haben mich Menschen regelmäßig gefragt, wie ich über Tausende Trainingsstunden, frühe Morgen und lange Wettkampfsaisons motiviert geblieben bin. Sie stellten sich vor, ich wäre jeden Tag voller Vorfreude aufgewacht. War ich nicht. Manche Morgen fühlte ich mich energiegeladen, an anderen war ich müde von der Reise, mental leer oder hatte schlicht keine Lust. Hätte ich gewartet, bis ich mich motiviert fühlte, wäre ich nie Profisportlerin geworden. Was mich konsequent hielt, war nicht die Motivation, sondern die Gewohnheiten, die ich aufgebaut hatte. Heute, als Ärztin, höre ich dasselbe von meinen Klientinnen und Klienten: „Ich habe einfach keine Motivation.“ Die meisten machen sich sofort selbst Vorwürfe und halten sich für faul oder undiszipliniert. Das ist selten, was ich sehe.

In Wirklichkeit ist Motivation von unserem Gehirn und unserem Körper beeinflusst. Jeden Tag wägt dein Gehirn ab, ob eine Aufgabe die Energie wert ist, die sie kostet. In diese Entscheidung fließen viele Faktoren ein: Schlaf, Stress, Ernährung, körperliche Gesundheit und emotionales Wohlbefinden. Sind diese Grundlagen stabil, fällt das Handeln leichter. Sind sie angeschlagen, wird dein Gehirn ganz natürlich sparsamer mit seiner Energie. Selbst einfache Aufgaben können sich dann überwältigend anfühlen, nicht weil du faul geworden bist, sondern weil dein Gehirn Ressourcen schonen will.

Einer der Botenstoffe, die an Motivation beteiligt sind, ist Dopamin. Es wird oft „Motivationsmolekül“ genannt, doch das ist eine Vereinfachung. Dopamin hilft uns, Belohnungen vorwegzunehmen und aus Erfahrungen zu lernen. Wenn sich etwas lohnend anfühlt, ob abgeschlossenes Workout, erledigte wichtige Aufgabe oder eine nahrhafte Mahlzeit, hilft Dopamin, dieses Verhalten zu verstärken, sodass wir es eher wiederholen. Gleichzeitig sind unsere Gehirne darauf ausgelegt, Energie effizient zu nutzen. Aus evolutionärer Sicht erhöhte das Sparen von Energie die Überlebenschancen unserer Vorfahren, wenn Nahrung knapp war. Unser Leben sieht heute anders aus, diese Biologie aber ist geblieben. Wenn wir übermüdet, gestresst oder energielos sind, fühlen sich selbst einfache Aufgaben anstrengender an, weil unser Gehirn dem Energiesparen Vorrang gibt. Genau deshalb ist Antriebslosigkeit nicht immer ein Zeichen, dass dir Willenskraft fehlt. Oft ist sie die Antwort deines Gehirns auf deinen aktuellen körperlichen und mentalen Zustand.

Die gute Nachricht: Unsere Gehirne sind auch bemerkenswert anpassungsfähig. Forschung deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil unseres täglichen Verhaltens gewohnheitsgesteuert ist.⊕ Das heißt, dauerhafte Veränderung hängt nicht davon ab, sich jeden Tag motiviert zu fühlen. Indem du kleine gesunde Verhaltensweisen beständig wiederholst, werden sie nach und nach Teil deiner Routine, und gesunde Entscheidungen fühlen sich mit der Zeit leichter an.

Was kann ich gegen Antriebslosigkeit tun?

Fang klein an

Wenn dir das Handeln schwerfällt, hilft es selten, zu warten, bis du Lust dazu hast. Meist ist es andersherum: Das Handeln erzeugt die Motivation. Die Verhaltenswissenschaft legt nahe, dass unser Gehirn, sobald wir den ersten Schritt getan haben, schnell neu bewertet, wie schwer eine Aufgabe wirklich ist. Was vorher überwältigend wirkte, wird oft viel handhabbarer, sobald wir angefangen haben. Deshalb ist der Anfang meist der schwerste Teil. Statt dir eine Stunde im Fitnessstudio vorzunehmen, beginn mit einem zehnminütigen Spaziergang. Statt deine ganze Ernährung umzukrempeln, bereite eine gesunde Mahlzeit für morgen vor. Wenn dir besserer Schlaf überwältigend erscheint, geh einfach fünfzehn Minuten früher ins Bett. Diese Schritte wirken klein, aber mit der Zeit erzeugen sie Schwung. Und beständig wiederholt, wächst dieser Schwung nach und nach zu bleibenden Gewohnheiten. Über die Neuroplastizität, die bemerkenswerte Fähigkeit des Gehirns, sich durch Wiederholung anzupassen, werden die beteiligten Nervenbahnen stärker und effizienter. Gesunde Verhaltensweisen brauchen dadurch weniger bewusste Anstrengung und fühlen sich zunehmend automatisch an.

Eine Lektion aus meiner Zeit als Profisportlerin: Beständigkeit war nie darauf gebaut, sich jeden Tag inspiriert zu fühlen. Sie entstand aus ganz gewöhnlichen Handlungen, Tag für Tag wiederholt. Ich wachte nicht jeden Morgen auf und fragte mich, ob ich trainieren sollte. Training, Mahlzeiten und Erholung waren längst geplant. Diese Routinen reduzierten die Zahl der Entscheidungen und machten Beständigkeit viel leichter. Genau das rate ich heute meinen Klientinnen und Klienten. Warte nicht, bis du dich bereit fühlst. Beginn mit einem kleinen Schritt. Schwung baut Gewohnheiten, und mit der Zeit fühlen sich gesunde Entscheidungen weniger wie eine Entscheidung an und mehr wie ein Teil davon, wer du bist. Das ist etwas, das ganz nebenbei dein Selbstwertgefühl stärkt.

Gesunde Gewohnheiten müssen nicht kompliziert sein. Tatsächlich sind die wirksamsten meist die einfachsten. Ich ermutige Menschen, sich auf vier Grundlagen zu konzentrieren, die körperliches und mentales Wohlbefinden beeinflussen: Schlaf, Bewegung, Ernährung und Stressmanagement.

Schütze deinen Schlaf

Schlaf ist einer der stärksten Vorhersagewerte dafür, wie du dich am nächsten Tag fühlst. Statt nach perfektem Schlaf zu streben, baue eine Routine auf, die du wiederholen kannst. Geh jeden Abend zu einer ähnlichen Zeit ins Bett, reduziere die Bildschirmzeit davor und schaffe ein Herunterfahr-Ritual, das deinem Gehirn signalisiert: Zeit zur Ruhe. Kleine, beständig wiederholte Gewohnheiten wirken oft mehr als die Jagd nach der gelegentlichen perfekten Nacht.

Beweg dich jeden Tag

Sport muss nicht intensiv sein, um deine Gesundheit zu verbessern. Interessanterweise verbessert regelmäßige körperliche Aktivität nicht nur die körperliche Gesundheit. Die Forschung zeigt beständig, dass sie auch Symptome von Depression und Angst mildert, die kognitive Funktion verbessert und die langfristige Hirngesundheit unterstützt.⊕ Ein zügiger Spaziergang, mit dem Rad zur Arbeit, die Treppe statt des Aufzugs oder zehn Minuten Dehnen zählen alle. Es geht nicht um das perfekte Workout, sondern darum, Bewegung zum Teil deines Alltags zu machen.

Nähre deinen Körper

Konzentriere dich auf Gewohnheiten, die nahrhafte Entscheidungen leichter machen. Halte gesunde Lebensmittel griffbereit, bereite Mahlzeiten vor, wenn du weißt, dass es stressig wird, und versuche, in den meisten Mahlzeiten Eiweiß, Ballaststoffe und gesunde Fette unterzubringen. Vollwertige Lebensmittel sollten immer die Grundlage einer gesunden Ernährung sein. Aber niemand isst jeden Tag perfekt. Das Leben wird hektisch, wir reisen, arbeiten lange oder schaffen es einfach nicht immer, so zu essen wie geplant. Deshalb glaube ich an einfache Routinen, die gute Ernährung leichter durchzuhalten machen. Für manche gehört dazu ein umfassendes tägliches Nahrungsergänzungsmittel als Teil eines insgesamt gesunden Lebensstils, nicht als Ersatz für gutes Essen, sondern als eine Möglichkeit, Beständigkeit zu unterstützen.

Ein Wort zum Koffein: Es blockiert im Gehirn das Signal, das Müdigkeit meldet, liefert aber keine Energie.⊕ Ein Kaffee am späten Nachmittag kann den Schlaf verkürzen und den Tiefschlaf reduzieren,⊕ und damit die Antriebslosigkeit am nächsten Tag verstärken. Warum Kaffee müde machen kann, ist ein Thema für sich. Wer Koffein nutzt, trinkt es am besten am Vormittag und in einer Menge, die einer kleinen Tasse Kaffee entspricht, oder probiert eine der Kaffee-Alternativen. Oft wird Koffein mit L-Theanin kombiniert, einer Aminosäure aus grünem Tee; was Studien dazu zeigen, steht im Artikel zu L-Theanin.

Schaffe Raum für Erholung

Viele planen Arbeit, Termine und Sport, aber kaum jemand plant Erholung. Dabei ist sie für körperliche und mentale Leistung unerlässlich. Das heißt nicht immer einen freien Tag. Manchmal ist es ein zehnminütiger Spaziergang, manchmal Lesen statt Scrollen vor dem Schlafen, manchmal ein bewusstes Innehalten mit einer Tasse Tee. Auch eine gezielte Entspannungstechnik wie die progressive Muskelentspannung kann helfen, Stress abzubauen, bevor er überhandnimmt.

Keine dieser Gewohnheiten muss perfekt sein. Am meisten zählt, sie über die Zeit beständig zu wiederholen. Einer der Kerngedanken der Präventivmedizin lautet: Unsere künftige Gesundheit wird weit stärker von den kleinen Entscheidungen geprägt, die wir beständig wiederholen, als von gelegentlichen Momenten der Perfektion.

Ist Antriebslosigkeit ein Zeichen für Depression? Wann zum Arzt

Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression nennt drei Hauptsymptome: gedrückte Stimmung, Verlust von Interesse oder Freude und verminderter Antrieb, jeweils über mindestens zwei Wochen.⊕ Trifft das auf dich zu, oder schränkt dich die Antriebslosigkeit im Alltag spürbar ein, sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Antriebslosigkeit kann ein Symptom einer Depression sein, und eine Depression lässt sich behandeln.

Wenn du gerade nicht weiterweißt oder daran denkst, dir etwas anzutun: Die Telefonseelsorge ist unter 0800 111 0 111 kostenlos und rund um die Uhr erreichbar.⊕ In Österreich erreichst du die Telefonseelsorge unter 142, in der Schweiz die Dargebotene Hand unter 143.

So viel gesunde Gewohnheiten bewirken können, so wichtig ist es zu erkennen: Anhaltende Antriebslosigkeit lässt sich nicht immer allein mit dem Lebensstil erklären. Bleibt deine Motivation niedrig, obwohl du gut schläfst, gut isst, dich regelmäßig bewegst und Stress managst, lohnt sich das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt. Manchmal ist die Ursache medizinisch, etwa Eisenmangel, ein Vitamin-B12-Mangel, ein Mangel an Folat oder Vitamin D, eine Schilddrüsenerkrankung, eine Schlafapnoe oder Nebenwirkungen von Medikamenten.⊕ In anderen Fällen kann anhaltende Antriebslosigkeit mit Depression, Angst oder Burn-out zusammenhängen. Um Hilfe zu bitten, ist keine Schwäche. Unterstützung zu suchen ist ein wichtiger Schritt, um zu verstehen, was wirklich los ist.

Was mir der Ausdauersport beigebracht hat

Der Spitzensport hat mich gelehrt, mich gar nicht erst auf Motivation zu verlassen. An manchen Tagen fiel das Training leicht, an anderen unglaublich schwer. Die Athletinnen und Athleten, die beständig blieben, waren nicht unbedingt die motiviertesten. Es waren die mit den stärksten Routinen. Diese Lektion begleitet mich bis heute in meiner ärztlichen Arbeit. Ob du für einen Ironman trainierst oder einfach gesünder werden willst: Dauerhafte Veränderung entsteht selten aus einem Motivationsschub. Sie entsteht daraus, kleine Verhaltensweisen so lange zu wiederholen, bis sie Teil davon werden, wer du bist. Denselben Gedanken bringt James Clear in Atomic Habits schön auf den Punkt: „Du steigst nicht auf das Niveau deiner Ziele. Du fällst auf das Niveau deiner Systeme.“ Für unsere Gesundheit gilt das genauso wie für den Sport, und wer den Antrieb aus Achtsamkeit und Resilienz statt aus Willenskraft schöpft, hält länger durch.

Zum Schluss

Einer der größten Irrtümer über Motivation ist, dass wir mehr davon brauchen. In Wahrheit brauchen wir oft stärkere Grundlagen. Antriebslosigkeit ist meist kein Zeichen, dass du faul geworden bist. Oft ist sie die Art deines Körpers, um etwas anderes zu bitten: besseren Schlaf, bessere Ernährung, mehr Bewegung, mehr Erholung oder weniger Stress. Statt dich also zu fragen „Wie werde ich motivierter?“, frag lieber: „Was fehlt meinem Körper gerade?“ und „Welche kleine Gewohnheit kann ich heute aufbauen, die meine Gesundheit unterstützt?“ Denn Begeisterung kommt und geht. Gesunde Gewohnheiten sind das, was dich an den Tagen trägt, an denen sie ausbleibt. Und nach meiner Erfahrung als Ärztin und Profisportlerin entsteht genau dort dauerhafte Gesundheit.

FAQ: Deine Fragen, beantwortet

Was ist die Ursache von Antriebslosigkeit?

Antriebslosigkeit entsteht selten aus mangelnder Willenskraft. Häufiger ist sie das Ergebnis mehrerer Faktoren, die zusammenwirken: schlechter Schlaf, chronischer Stress, unzureichende Ernährung, emotionale Überlastung oder eine körperliche Erkrankung. Statt dir Vorwürfe zu machen, lohnt die Frage, welche deiner Gesundheitsgrundlagen Aufmerksamkeit braucht. Antriebslosigkeit ist oft ein Signal deines Körpers, kein persönliches Versagen.

Ist Antriebslosigkeit ein Zeichen für Depression?

Sie kann es sein. Gelegentliche Motivationstiefs sind völlig normal, anhaltende Antriebslosigkeit kann aber auf eine zugrunde liegende körperliche oder psychische Ursache hindeuten, etwa Eisenmangel, eine Schilddrüsenerkrankung, eine Schlafapnoe, Depression oder Angst. Wenn Symptome länger als zwei Wochen anhalten, den Alltag beeinträchtigen oder mit anhaltend gedrückter Stimmung oder Hoffnungslosigkeit einhergehen, ist es wichtig, professionellen Rat zu suchen.

Welche Vitamine fehlen bei Antriebslosigkeit?

Bei Antriebslosigkeit lohnt der Blick auf die Nährstoffe, die zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung beitragen: Eisen, Vitamin B12, Folat, Vitamin B6, Magnesium und Vitamin C. Ob einer davon wirklich fehlt, lässt sich nur über ein Blutbild klären. Welche Vitamine bei Müdigkeit eine Rolle spielen, haben wir in einem eigenen Artikel aufgeschlüsselt.

Wie motiviere ich mich, wenn ich mich leer fühle?

Statt zu warten, bis du dich motiviert fühlst, konzentrier dich auf eine kleine Handlung. Motivation folgt oft dem Verhalten, nicht umgekehrt. Senk die Hürde: Geh zehn Minuten spazieren, bereite eine gesunde Mahlzeit vor oder geh fünfzehn Minuten früher ins Bett. Kleine Handlungen erzeugen Schwung, und beständig wiederholt werden sie zu Gewohnheiten, die nicht mehr auf Motivation angewiesen sind.

Kann die Ernährung die Motivation beeinflussen?

Auf jeden Fall. Dein Gehirn ist auf eine konstante Zufuhr an Energie und Nährstoffen angewiesen, um gut zu funktionieren. Unterversorgung, restriktive Diäten oder Nährstoffmängel können alle zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit beitragen. Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Eiweiß, gesunden Fetten, Obst, Gemüse und Vollkorn liefert die Grundlage für einen normalen Energiestoffwechsel und eine gesunde Hirnfunktion, was sich auch positiv auf deine Konzentration auswirkt. Bei Verdacht auf einen Mangel sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Wie motiviere ich mich zum Sport?

Das Ziel ist nicht, motivierter zu werden, sondern den Sport leichter zu beginnen. Wähle Aktivitäten, die dir Freude machen, senk die Hürde und baue Bewegung in deinen Alltag ein. Ein zehnminütiger Spaziergang ist weit besser, als auf die Motivation für ein einstündiges Workout zu warten. Je beständiger du dich bewegst, desto eher wird Sport zur Gewohnheit statt zur Entscheidung.

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM): S3-Leitlinie Müdigkeit, AWMF-Register-Nr. 053-002 (2022). register.awmf.org

Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF: Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3 (2022). register.awmf.org

Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. eur-lex.europa.eu

Alhola, P., Polo-Kantola, P.: Sleep deprivation: Impact on cognitive performance. Neuropsychiatric Disease and Treatment 3(5), 553-567 (2007). dovepress.com

Pearce, M. et al.: Association Between Physical Activity and Risk of Depression: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Psychiatry 79(6), 550-559 (2022). jamanetwork.com

Wood, W., Quinn, J. M., Kashy, D. A.: Habits in everyday life: Thought, emotion, and action. Journal of Personality and Social Psychology 83(6), 1281-1297 (2002). dornsife.usc.edu

TelefonSeelsorge Deutschland: kostenlose Hilfe rund um die Uhr. telefonseelsorge.de

Hirshkowitz, M. et al.: National Sleep Foundation's sleep time duration recommendations: methodology and results summary. Sleep Health 1(1), 40-43 (2015). pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

Blume, C., Garbazza, C., Spitschan, M.: Effects of light on human circadian rhythms, sleep and mood. Somnologie 23(3), 147-156 (2019). doi.org

Institute of Medicine: Caffeine for the Sustainment of Mental Task Performance, Kapitel 2: Pharmacology of Caffeine (2001). ncbi.nlm.nih.gov

Gardiner, C. et al.: The effect of caffeine on subsequent sleep: A systematic review and meta-analysis. Sleep Medicine Reviews 69, 101764 (2023). sciencedirect.com

Raichle, M. E., Gusnard, D. A.: Appraising the brain's energy budget. PNAS 99(16), 10237-10239 (2002). pmc.ncbi.nlm.nih.gov

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§ In einer Beobachtungsstudie mit 35 gesunden Erwachsenen im Alter von 25 bis 48 Jahren wurde die subjektiv wahrgenommene Wirksamkeit von AG1 über einen Zeitraum von 3 Monaten untersucht. Die Studie wurde mit einer vergleichbaren Version der sich kontinuierlich weiterentwickelnden AG1 Rezeptur durchgeführt. Die Studienergebnisse sind aufgrund vergleichbarer Inhaltsstoffe und Mengen auf die aktuelle Rezeptur übertragbar.

○ Laufende Befragung Kund:innen aus 12 europäischen Ländern, die AG1 im Durchschnitt seit 9 Tagen verwenden.

⬥ Preis für ein AG1 Einzel-Abo und durchschnittliche Preise in 9 einzelnen Kategorien von Nahrungsergänzungsmitteln mit vergleichbaren Inhaltsstoffen (bereinigt um die Dosierung). Die Preise für die jeweiligen Nahrungsergänzungsmittel basieren auf dem Durchschnittspreis von drei online erhältlichen Produkten pro Kategorie, die jeweils über vergleichbare Inhaltsstoffe verfügen. Um eine faire Vergleichsgrundlage zu gewährleisten, wurden die Preise bei Produkten mit abweichenden Dosierungen rechnerisch an die in AG1 enthaltene Dosierung angepasst. Die 9 verglichenen Kategorien sind Vitamin B12, Folat (Methylfolat), Vitamin C, Vitamin E, Bakterienkulturen, Zink, Coenzym Q10, „Greens“-Pulver und Ballaststoffe.

Forschung & Studien
a. In einer dreifach verblindeten, randomisierten, placebokontrollierten parallel angelegten klinischen Studie wurden Nährstoff-Biomarker und Mikrobiomveränderungen bei 105 gesunden Erwachsenen im Alter von 20 bis 59 Jahren über einen Zeitraum von 12 Wochen untersucht.
b. In einer doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten 2-wöchigen Crossover-Studie zur Bewertung von Mikrobiomveränderungen bei 20 aktiven Erwachsene im Alter von 19 bis 37 Jahren.
c. In einer doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten, 2-wöchigen Crossover-Studie wurden Mikrobiomveränderungen bei 24 gesunden Erwachsenen im Alter von 26 bis 59 Jahren mit gelegentlichen Magen-Darm-Beschwerden durchgeführt.
d. In einer doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Crossover-Studie wurde die Bioverfügbarkeit bei 16 gesunden Erwachsenen im Alter von 18 bis 42 Jahren über einen Zeitraum von 8 Stunden untersucht.
Die Studien wurden mit einer ähnlichen Version der kontinuierlich weiterentwickelten Formulierung von AG1 durchgeführt. Die Übertragbarkeit der Studienergebnisse ist aufgrund vergleichbarer Inhaltsstoffe und Mengen gewährleistet.

◊ Wesentliche gesundheitliche Vorteile:

(1) Immunsystem: Mit den Vitaminen A, C, B6, B12, sowie Folat, Zink, Kupfer und Selen trägt AG1 zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems während und nach intensiver körperlicher Betätigung bei. Die tägliche Einnahme von 200 mg Vitamin C zusätzlich zur empfohlenen Tagesdosis (80 mg) trägt während und nach intensiver körperlicher Betätigung zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

(2) Energie: Vitamin C, Vitamin B6, Vitamin B12, Riboflavin (Vitamin B2), Niacin, Pantothensäure und Magnesium tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei. Biotin, Zink und Chrom tragen zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei.

(3) Verdauung: Mit Calcium trägt AG1 zur normalen Funktion von Verdauungsenzymen bei. Mit Vitamin A, Biotin, Riboflavin und Niacin trägt AG1 zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei (z.B. Darmschleimhaut).

(4) Mentaler Fokus; Psychische Funktion; Nervensystem: Mit Pantothensäure trägt AG1 zu einer normalen geistigen Leistung bei. Zink trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei. Mit den Vitaminen C, B6, B12, sowie Thiamin, Niacin und Biotin trägt AG1 zur normalen psychischen Funktion bei und zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Calcium trägt zu einer normalen Signalübertragung zwischen den Nervenzellen bei.

‡ Zusätzliche gesundheitliche Vorteile:

(5) Muskulatur: Mit Calcium und Magnesium trägt AG1 zu einer normalen Muskelfunktion bei.

(6) Zellschutz: Mit den Vitaminen E und C sowie Riboflavin, Zink, Kupfer, Mangan und Selen trägt AG1 dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Phosphor trägt AG1 zu einer normalen Funktion der Zellmembran bei. Folat, Vitamin B6 und B12 tragen zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei.

(7) Haut, Haare, Nägel: Mit Vitamin A, sowie Riboflavin, Niacin, Biotin und Zink trägt AG1 zur Erhaltung normaler Haut bei. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei. Kupfer trägt zu normalem Bindegewebe bei. Biotin, Zink und Selen tragen zur Erhaltung normaler Haare bei. Zink und Selen tragen zur Erhaltung normaler Nägel bei.

(8) Hormonsystem: Mit Vitamin B6 trägt AG1 zur Regulierung der Hormontätigkeit bei. Zink trägt AG1 zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut bei. Selen trägt AG1 zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei. Mit Chrom trägt AG1 zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei.

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